Multi-Core-Plattform für die Lagerautomation
Multi-Kamera-Systeme erweitern die Sicht und Leistung von Gabelstaplern und autonomen Geräten, verkürzen Durchlaufzeiten und steigern die Effizienz. Eine geeignete Datenverarbeitungsplattform ist entscheidend.
Andreas Willig, Produktmanager bei TQ-Embedded

Lager vor Ort gewinnen wieder an Bedeutung, da Konzepte wie Just-in-Time durch Störungen in der Logistikkette ausgehebelt werden: Havarierte Schiffe blockieren Transportwege, Hafenarbeiter und Lastwagenfahrer fehlen und das Hin und Her bei Zollauflagen treibt nicht nur die Buchhaltung zur Verzweiflung. Die durch den vormaligen Fokus auf Just-in-Time nun oftmals zu kleinen Lager können aber durch schnellere Umschlagszeiten mehr Kapazität auf gleichem Raum bieten.
Rückgrat vieler Lager sind Gabelstapler. Aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts bergen sie allerdings ein erhöhtes Unfallpotenzial. Sichtbehinderungen durch die Last oder die Mastkonstruktion können zu gefährlichen Situationen führen, sowohl für den Fahrer als auch für Personen in der Nähe. Zu den häufigsten Unfällen gehören Umkippen, Kollisionen mit Personen oder Hindernissen (Anfahrunfälle) oder herabfallende Lasten. All diese potenziellen Gefahren eint die schlechte Sicht des Fahrers, weil er die Ladung nicht zu 100 Prozent sieht und daher nur schwer einschätzen kann, ob diese sicher auf einer Palette steht, weil der Weg nicht frei ist, speziell beim Rangieren oder weil die Last in großer Höhe ist beziehungsweise platziert wird.
Sicherheits- und Effizienzgewinn durch Kameratechnik
Multi-Kamera-Systeme erhöhen nicht nur die Sicherheit, sondern bieten auch einen Mehrwert für die gesamte Lagerautomation, zum Beispiel eine Effizienzsteigerung der Arbeitsabläufe. Sie können die Sicht des Fahrers deutlich verbessern, speziell im toten Winkel oder der Rundumblick um oder auf die Last. In Zusammenarbeit mit Sensoren wie Ultraschall oder Lidar sind diese vielen Augen die Grundlage für Assistenzsysteme analog zu Einparkhilfen bei PKWs – sie erleichtern das Rangieren mit unübersichtlichen Lasten.
Darüber hinaus bieten solche Assistenzsysteme eine Effizienzsteigerung der Arbeitsabläufe, wenn zum Beispiel ein autonomer Palettenroboter selbständig entscheiden kann eine neue Route einzuschlagen, da seine ursprüngliche Route durch ein Hindernis blockiert ist. Diese flexible Routentour ermöglicht einen flüssigen Ablauf weshalb der Warenzugang beziehungsweise die Belieferung nicht abbrechen und eventuelle Engpässe in den nachfolgenden Prozessschritten werden verhindert. Entsprechend steigt die Gesamtproduktivität.
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