„Mehr Feingefühl für präzise Robotik“
Im Gespräch: Sebastian Finhold, Produktmanager bei Harmonic Drive

Wieso bei einem Wellgetriebe drei Zahneingriffsbereiche besser sind als zwei, wie die Robotik davon profitieren kann und welche Rolle der neue Drehmomentsensor in der Robotik spielt, darüber sprechen wir mit Sebastian Finhold.
Harmonic Drive hat die Triangle-Technologie Anfang des Jahres vorgestellt. Was gab den entscheidenden Impuls für diese Entwicklung?
Sebastian Finhold: Die Grundidee eines Spannungswellengetriebes mit drei Zahneingriffsbereichen stammt bereits aus der Patentanmeldung von Walton Musser (1959). Harmonic Drive hat diese Idee nun erstmals als Produkt umgesetzt – angestoßen durch Kundenanfragen aus Bereichen wie Holzbearbeitungsmaschinen und Industrierobotik, die eine höhere Verdrehsteifigkeit verlangen.
Welche konstruktiven Unterschiede bestehen zum bisherigen Wellgetriebe-Prinzip?
Sebastian Finhold: Grundsätzlich nutzt das Triangle-Getriebe dieselben Grundkomponenten wie das klassische Wellgetriebe: Wave-Generator, Flexspline und Circular Spline. Der Unterschied liegt im Wave-Generator: Statt einer elliptischen Form mit zwei Nocken (zwei Zahneingriffsbereiche), besitzt er eine abgerundete Dreiecksform mit drei Zahneingriffsbereichen. Beispiel:
- Klassisch: Flexspline 200 Zähne, Circular Spline 202 → Untersetzung 100
- Triangle: Flexspline 300 Zähne, Circular Spline 303 → ebenfalls Untersetzung 100
Das bedeutet, dass sich mehr Zähne gleichzeitig im Eingriff befinden, was die Verdrehsteifigkeit erhöht. Neben der Zahngeometrie sind die mechanischen Schnittstellen des Triangle-Getriebes identisch zum klassischen Harmonic Drive Getriebe, die somit problemlos untereinander austauschbar sind.
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