Vielfalt der Optik
Entwicklung industrieller Bildverarbeitungsobjektive – Ein Streifzug durch 25 Jahre
Anna Hetzelt, Technical Content Specialist bei Edmund Optics Europe

Wurde die industrielle Bildverarbeitung früher als spezialisiertes Verfahren in der Erprobungsphase oder als experimentelle Prüftechnik in kleinem Maßstab eingesetzt, so ist sie heute aus der Automatisierung nicht mehr wegzudenken. Dieser Wandel in der Bildverarbeitung veranlasste Objektivhersteller dazu, auf bestimmte Anwendungen zugeschnittene Objektive zu entwickeln. So haben Anwender präzise und effiziente Bildverarbeitungsmöglichkeiten an der Hand.
Neben den enormen Fortschritten in der Rechentechnik und der Sensortechnologie, vollzog sich im Bereich der Optik ein großer Wandel: Wurden zu Beginn des Jahrhunderts in nahezu allen Anwendungsbereichen Allround-Objektive verwendet, etablierte sich zunehmend die Verwendung hochspezialisierter Optiken für spezifische Einsatzzwecke. Universelle Objektive bieten zwar ein hohes Maß an Flexibilität, stoßen jedoch bei anspruchsvollen oder stark spezialisierten Anwendungen schnell an ihre Grenzen. Die Notwendigkeit, Bildverarbeitungslösungen differenzierter zu betrachten, wurde immer deutlicher. Während für die Überprüfung kleiner Details ein hohes Auflösungsvermögen der Optik erforderlich ist, werden für den Einsatz in der Robotik oder in rauen Industrieumgebungen besonders robuste Optiken benötigt. Während bei Beleuchtung im sichtbaren Bereich Standardobjektive mit breitbandiger Transmission zwischen 400 und 600 nm Wellenlänge ideale Ergebnisse liefern, zeigen sie im nahen oder kurzwelligen Infrarotbereich deutliche Leistungseinbußen verglichen mit Objektiven, die für diese Wellenlängenbereiche optimiert sind. Mit immer spezielleren, hochauflösenden Messaufgaben wurde zudem deutlich, dass die Bildverzerrung der endozentrischen Objektive ein Hindernis darstellt. Sie erschwert die Auswertung der Bilder. Die logische Entwicklung war der Einsatz von telezentrischen Objektiven, die keine Verzerrung aufweisen und somit eine genaue Vermessung in Aufnahmen ermöglichen, bei denen die zu prüfenden Objekte in unterschiedlichen Entfernungen zur Kamera stehen.
Weiterlesen mit Login
Noch nicht registriert?
Registrieren Sie sich jetzt kostenfrei und Sie erhalten vollen Zugriff auf alle exklusiven Beiträge. Mit unserem Newsletter senden wir Ihnen Top-Meldungen aus der Automatisierung, Bildverarbeitung und Licht- und Lasertechnik im Industrieumfeld. Außerdem erhalten Sie regelmässig Zugriff auf unsere aktuellen E-Paper.
RegistrierenMeist gelesen

Warum Logistik über die Wettbewerbsfähigkeit entscheidet
Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Resilienz müssen gleichzeitig gelingen – in einer Zeit, in der Kosten steigen und Ressourcen knapp sind. Logistik entscheidet damit über Tempo, Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit.

Sind KIs Jobkiller? Nö! Aber gehypte CEOs vielleicht schon
Die tatsächlichen Produktivitätsgewinne heutiger KIs sind begrenzt. Die eigentliche Gefahr liegt weniger in der Technik als in gehypten Managern. Ein Kommentar.

Es muss nicht immer ein humanoider Roboter sein
Mythomorphes Design eröffnet der sozialen Robotik eine eigene Perspektive. Als Vorbilder dienen Mythen und Fantasiewesen statt Mensch oder Tier. Der Beitrag ordnet Beispiele ein und diskutiert Chancen sowie Risiken.

Antriebe für Tiefsee und Weltall
Lösungen für herausfordernde Einsatzbedingungen wie in der Tiefsee oder im Weltall verlangen kundenspezifische Antriebslösungen, die im Co-Engineering entwickelt werden.

Die Zukunft der Intralogistik
Die Intralogistik befindet sich im Wandel: Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften steigt, während gleichzeitig neue Konzepte und Technologien entstehen.








