Verpackte Lebensmittel treiben globale Nachfrage nach Verpackungsmaschinen
Die weltweite Nachfrage nach verpackten Lebensmitteln wächst rasant – und mit ihr der Bedarf an modernen Verpackungs- und Verarbeitungsmaschinen
Judith Binzer, Referentin für Verpackungsmaschinen

Das anhaltende Wachstum der Weltbevölkerung, die zunehmende Urbanisierung, höhere Beschäftigungsquoten, steigende Einkommen und Veränderungen im Konsumverhalten treiben die weltweite Nachfrage nach verpackten Lebensmitteln weiter an. Das Marktforschungsinstitut Euromonitor International prognostiziert eine Steigerung des weltweiten Absatzes von verpackten Lebensmitteln zwischen 2024 und 2029 um insgesamt elf Prozent auf 968 Millionen Tonnen im Jahr. Im Jahr 2024 belief sich der weltweite Absatz von verpackten Lebensmitteln auf 872 Millionen Tonnen.
Die Nachfrage entwickelt sich jedoch von Region zu Region unterschiedlich. In Entwicklungsregionen und Ländern mit geringerem Pro-Kopf-Verbrauch wächst die Nachfrage überdurchschnittlich stark. Dies gilt insbesondere für den Nahen Osten/Afrika und auch für Asien. Asien macht mit 305 Millionen Tonnen im Jahr 2024 fast ein Drittel des Gesamtverbrauchs an verpackten Lebensmitteln aus. Für den Zeitraum 2024 bis 2029 wird hier ein Wachstum von 14 Prozent erwartet. Für die Region Naher Osten/Afrika sagen Experten ein stärkeres Wachstum von fast 21 Prozent voraus. Der Trend zu einem Anstieg des Absatzes von verpackten Lebensmitteln ist auch in Lateinamerika und Osteuropa zu beobachten.
Rekordnachfrage nach Maschinen für die Lebensmittelverarbeitung und -verpackung
Die globale Verpackungs- und Verarbeitungsindustrie ist einer der dynamischsten Wachstumssektoren. Die Branche ist jedoch auch durch starken Wettbewerb, Preisdruck, kurze Produktlebenszyklen und vieles mehr gekennzeichnet. Kontinuierliche Investitionen in leistungsstarke Technologien zur Steigerung der Effizienz, Flexibilität und Nachhaltigkeit von Produktions- und Verpackungsprozessen spiegeln sich in einer hohen Nachfrage nach Maschinen wider. Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Produktion, Verarbeitung und Verpackung von Lebensmitteln, Getränken, pharmazeutischen und kosmetischen Produkten profitieren vom Anstieg des weltweiten Absatzes von verpackten Lebensmitteln. Die weltweite Nachfrage nach Maschinen und Anlagen wächst trotz der schwierigen Rahmenbedingungen weiter.
Das weltweite Handelsvolumen mit Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen wächst seit vielen Jahren kontinuierlich und erreichte 2024 einen vorläufigen Höchststand von fast 55 Milliarden Euro. Blickt man auf die vergangenen zehn Jahre von 2015 bis 2024 zurück, belief sich der internationale Außenhandel mit Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen auf insgesamt 448 Milliarden Euro (basierend auf den Exportdaten von 52 Industrieländern). Die Gesamtinvestitionen dürften noch deutlich höher liegen, da die Gesamtnachfrage auch Maschinen umfasst, die auf dem jeweiligen lokalen Markt beschafft wurden.
Top 10 Lieferländer: Italien und Deutschland weltweit größten Exporteure
Italienische und deutsche Hersteller von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen sind mit einem Anteil von jeweils knapp 20 Prozent im Jahr 2024 Weltmarktführer. Die italienischen Exporte stiegen 2024 um zwei Prozent auf einen Wert von knapp elf Milliarden Euro. Deutschland verzeichnete einen Anstieg von sechs Prozent auf einen Wert von 10,6 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Mit Abstand folgt China – hier wurde 2024 mit einem Wert von 6,6 Milliarden Euro ein Wachstum von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt. Es folgen die Niederlande, die USA, die Schweiz, Frankreich, Spanien, Kanada und die Türkei, die zwischen sieben und zwei Prozent des weltweiten Handels ausmachen.
Europa ist mit einem Anteil von 42 Prozent (22,4 Milliarden Euro) im Jahr 2024 die weltweit wichtigste Absatzregion für Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen. Die zweitgrößte Absatzregion ist Asien mit einem Exportanteil von 18 Prozent (9,9 Milliarden Euro), dicht gefolgt von Nordamerika mit einem Exportanteil von ebenfalls 18 Prozent (9,8 Milliarden Euro). Es folgen Afrika und der Nahe Osten mit 11 Prozent (6 Milliarden Euro), Lateinamerika mit neun Prozent (4,8 Milliarden Euro) und Australien/Ozeanien mit zwei Prozent (1,1 Milliarden Euro).
Zentrale Herausforderungen
Die weltweit steigende Bevölkerungszahl, die Urbanisierung und der zunehmende Wohlstand führen zu einem stetigen Anstieg der Nachfrage nach verpackten Lebensmitteln. Gleichzeitig steht die Lebensmittelindustrie vor großen Herausforderungen: hohe Energiekosten, schwankende Rohstoffpreise und der wachsende Druck zur nachhaltigen Produktion. Der Spagat zwischen Qualität, Effizienz und Umweltverantwortung ist entscheidend und die Bewältigung dieser Komplexität wird über die langfristige Wettbewerbsfähigkeit entscheiden. Mit Hilfe von Technologien lassen sich diese Herausforderungen lösen. Dabei kommt den Technologieanbietern eine Schlüsselrolle zu: mit sicheren, effizienten und zukunftssicheren Lösungen.
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