14.04.2026 • Fachbeiträge

Mehr Kreislauf durch PCR-Spouts

Standbodenbeutel mit Ausgießer kommen in immer mehr Anwendungen zum Einsatz. Setzen Hersteller auf Monomaterial-Konzepte, lassen sich Verpackungen besser recyceln und in den Kreislauf zurückführen

Gerhard Brock, Key Account Manager, Vertrieb FAMAC Verpackungen

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© Pöppelmann

Spouted Pouches, also Standbodenbeutel mit Ausgießer, gewinnen als Verpackung für Tiernahrung, Reinigungs- oder Waschmittel, Körperpflege- und Molkereiprodukte an Bedeutung. Werden sie komplett aus Monomaterial gefertigt, entstehen kreislauffähige Lösungen. Pöppelmann Famac geht jetzt noch einen Schritt weiter: Für Nonfood-Anwendungen hat der Kunststoff- und Verpackungsspezialist aus Lohne Spouts und Kappen mit einem hohen PCR-Anteil entwickelt. Diese lassen sich prozesssicher mit Einstoff-Beuteln verschweißen. So entstehen recyclingfähige Verpackungslösungen, die sich zusätzlich durch einen hohen PCR-Anteil auszeichnen und Anbieter von Kosmetikprodukten, Wasch- oder Reinigungsmitteln bei der Erfüllung der kommenden EU-Verpackungsverordnung PPWR unterstützen.

Im Vergleich zu Flaschen oder Kanistern bieten Standbodenbeutel eine einfache Handhabung und ein sauberes Ausgießen bei gleichzeitig geringem Gewicht und reduziertem Transport- und Abfallvolumen. Wie für sämtliche Verpackungen, gelten auch für die beliebten Standbodenbeutel die regulatorischen Anforderungen der PPWR. Damit rücken Recyclingfähigkeit und Rezyklatanteile stärker in den Fokus. Verpackungshersteller und Markenartikler stehen vor der Aufgabe, jede einzelne Komponente neu zu bewerten, darunter auch den Spout, also den eingeschweißten Ausgießer, und die Verschlusskappen.

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Pöppelmann Famac unterstützt flexible Verpackungen mit hohem Rezyklatanteil: Neue Spouts und Kappen bestehen aus mehr als 90 Prozent PCR-PE.
© Pöppelmann

Ressourcenschonung endet nicht beim Beutel: Spouts und Kappen aus PCR-PE

Pöppelmann Famac hat dafür seine bestehenden Spout-Lösungen weiterentwickelt. Seit Frühjahr 2026 stehen die neuen Spouts aus PCR-basiertem Polyethylen (PE) für die Serienproduktion bereit. Das eingesetzte Material stammt aus den haushaltsnahen Wertstoffsammlungen, wie beispielweise dem Gelben Sack und der Gelben Tonne, und weist einen PCR-Anteil von über 90 Prozent auf. Pöppelmann aus Lohne bringt die Produkte in mehreren Größen auf den Markt und startet zunächst mit Ausgießern nach dem marktüblichen Standard mit einem Durchmesser von 10,5 Millimetern. Die neuen PCR-Spouts eignen sich für Nonfood-Anwendungen wie Kosmetikartikel, Wasch- und Reinigungsmittel. „Viele unserer Kunden möchten Rezyklate verwenden, stoßen aber bei sensiblen Füllgütern an regulatorische Grenzen“, erklärt Lea Middendorf, Key Account Managerin bei Pöppelmann Famac. „Wir zeigen mit den Spouts, dass sich hochwertige PCR-Materialien auch für anspruchsvolle Nonfood-Anwendungen zuverlässig einsetzen lassen.“

Ergänzt werden die neuen Spouts durch passende Kappen, ebenfalls aus PCR-PE. Bei deren Entwicklung konnte Pöppelmann Famac auf seine umfangreiche Erfahrung zurückgreifen: Bereits seit mehreren Jahren hat sich eine PCR-Kappe für Waschmittelanwendungen erfolgreich im Markt etabliert. Die neue Generation an PCR-Kappen baut darauf auf und erweitert das Angebot. Je nach gewünschter Farbgebung lassen sich hier PCR-Anteile von mindestens 90 Prozent realisieren. Damit können Spout und Kappe, das heißt die Elemente, die im Vergleich zum Materialanteil des Beutels stark ins Gewicht fallen, zusammen einen sehr hohen Rezyklat­anteil erreichen.

Prozesssicher verschweißen trotz Monomaterial

Der technische Schlüssel für den Erfolg dieser erfolgreichen Entwicklung liegt im Design der Spouts. Zum Verschweißen von Beutel und Ausgießer wird beim Wärmekontaktschweißen auf die Beutelfolie Wärme eingebracht, die durch die Folie auf den Spout einwirken muss, sodass sich beide Bestandteile verbinden. Bei der Verarbeitung herkömmlicher Beutel, zum Beispiel aus PET/Alu/PE-Verbunden, kann aufgrund des hitzebeständigeren PET mit höheren Temperaturen gearbeitet werden, ohne die Folie zu beschädigen. Der Siegelprozess für die Herstellung recyclingfähiger Beutelverpackungen mit Ausgießern aus Monomaterialien wie PE ist herausfordernder: Da Beutel und Spout ähnliche Schmelzpunkte haben, kann die Folie beim Einschweißprozess leichter beschädigt werden. Das Entwicklungsteam bei Pöppelmann wirkt diesem Problem mit einer Lösung entgegen: Im Bereich des sogenannten Schiffchens, also der Schweißfläche zwischen Ausgießer und Beutelfolie, setzt Pöppelmann Famac auf eine Wellenstruktur. Sie sorgt dafür, dass die Folie beim Siegelprozess weniger gestresst wird. Das ist besonders relevant, seit viele Hersteller von Beuteln aus schlecht recyclingfähigen PET/Alu/PE-Verbunden gegen Beutel aus recyclingfähigem Monomaterial wie PE austauschen. Die patentierte Schweißbasis von Pöppelmann Famac hat zahlreiche Praxistests erfolgreich bestanden und belegt, dass sich auch PCR-Spouts mit Beuteln aus Monomaterial prozesssicher verarbeiten lassen. „Unsere Aufgabe ist es, Materialien, Geometrie und Prozess zusammenzudenken. Nur so entstehen Lösungen, die auf bestehenden Anlagen funktionieren und gleichzeitig den Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft ermöglichen“, so Lea Middendorf.

Low-Sealing-Spouts für den Lebensmittelbereich

Während die Spouts aus Post-Consumer-Rezyklat ausschließlich für Nonfood-Anwendungen geeignet sind, hat der Kunststoffspezialist auch für den Lebensmittelbereich eine praktikable Lösung gefunden: Die bereits erfolgreich am Markt eingeführten Low-Sealing-Spouts aus PE oder PP zeichnen sich durch einen niedrigen Schmelzpunkt aus und lassen sich auch bei geringerer Temperatureinwirkung zuverlässig einschweißen. Das Verfahren reduziert die thermische Belastung für die Folie und erleichtert die Herstellung von Monomaterial-Beuteln für Lebensmittel. Mit diesen Spouts und passenden Kappen lassen sich recyclingfähige Mono-PP- und Mono-PE-Pouches realisieren, die sich für Lebensmittelanwendungen eignen.

Entwicklungskompetenz als Erfolgsfaktor

Hinter den neuen Spouts und Kappen aus PCR steht die bewährte Entwicklungsphilosophie von Pöppelmann Famac. Im Rahmen der unternehmensweiten Initiative Pöppelmann blue fließen alle Aktivitäten der vier Divisionen des Kunststoffspezialisten zusammen, die mehr Ressourcenschonung und Klimaschutz zum Ziel haben: Pöppelmann Kapsto, Pöppelmann K-Tech, Pöppelmann Famac und Pöppelmann Teku. Die Produktentwicklung findet bei Pöppelmann unter Eco-Design-Gesichtspunkten und mit Blick auf den gesamten Lebenszyklus eines Artikels statt. Material­auswahl, Geometrie, Verarbeitbarkeit und Recyclingfähigkeit werden dabei von Anfang an aufeinander abgestimmt. „Unsere Lösungen entstehen in engem Austausch mit unseren Kunden. Das Ziel ist dabei immer eine Verpackung, die im Alltag funktioniert und gleichzeitig die regulatorischen Anforderungen und ökologischen Ansprüche erfüllt“, erklärt Lea 

Middendorf. Mit den neuen PCR-Spouts und -Kappen erweitert Pöppelmann Famac nun sein Portfolio für flexible Verpackungslösungen. Kunden aus der Industrie profitieren von der Möglichkeit, recyclingfähige Monomaterial-Beutel mit einem messbaren PCR-Anteil auszustatten, um sich frühzeitig auf die Anforderungen der PPWR vorzubereiten.

Anbieter

Pöppelmann GmbH & Co. KG

Pöppelmannstraße 5
49393 Lohne
Deutschland

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