Die selbstkalibrierende Druckmaschine
Große Chargen werden zunehmend von Kleinserien abgelöst – das gilt auch für Etiketten. Um Umrüstzeiten und Ausschuss niedrig zu halten, setzt der dänische Druckmaschinenhersteller Nilpeter auf ein vollständig in die Anlage integriertes Vision-System.
Der Druckmarkt sieht heute anders aus als noch vor zehn Jahren. Die einst hohen Auflagen mit großen Losgrößen werden von kleinen Auflagen mit vielen Umrüstungen pro Tag abgelöst. „Heute benötigen viele Kunden nur noch 1.000 Etiketten, während es früher 30.000 oder 40.000 auf einmal waren“, so Jesper Larsen, Software-Entwicklungsmanager bei Nilpeter. „Jede Sekunde, die beim Umrüsten auf einen anderen Etikettentyp verloren geht, schmerzt.“


Damit Etikettendruckmaschinen profitabel bleiben, müssen neben der Umrüstzeit auch die beim Druck schadhaft gewordenen Bögen, die sogenannte Makulatur, reduziert werden. Wenn die Etikettenbahn mit einer Geschwindigkeit von mehreren Metern pro Sekunde durch eine Nilpeter-Druckmaschine läuft, hinterlässt selbst die geringste Ungenauigkeit sichtbare Fehler auf den gedruckten Etiketten. Solche Qualitätsprobleme können hohe Kosten nach sich ziehen. Nilpeter arbeitet seit mehreren Jahren mit B&R zusammen und entwickelt neue Lösungen für die Bereiche Automatisierung und Qualitätssicherung: „Wir erkannten die Vorteile des Vision-Systems von B&R für unsere Anlagen. Abläufe, zum Beispiel während der Registerregelung, können damit genau überprüft und der Ausschuss reduziert werden“, so Larsen.
Jede der sechs Druckeinheiten der Etikettendruckmaschine von Nilpeter wurde mit einer B&R-Vision-Kamera ausgestattet. Die Kameras überwachen kontinuierlich die Position der Etiketten auf der Bahn und lesen Bilder mit einer Präzision von 12 µm. Stellt die Bildverarbeitungssoftware Ungenauigkeiten in der Farbausrichtung fest, alarmiert die Kamera die Maschinensteuerung. Die Maschine nimmt dann automatisch die erforderlichen Anpassungen vor. Mit dem integrierten Vision-System werden die Maschinen von Nilpeter schneller verfügbar und produktiver: „Wir können so unsere Maschinen zügig auf den Markt bringen und unseren Kunden eine intelligente, flexible Serienproduktion ermöglichen“, erklärt Larsen.
Er sehe ein großes Potenzial für die integrierte Bildverarbeitung. „Der Materialaufwand macht einen großen Teil der Gesamtkosten eines Etiketts aus. Mit einer Ausschussreduzierung um 50 Prozent trägt das B&R-Vision-System erheblich zur Ertragssteigerung bei.“
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