„Komplett auf hygienisches Design ausgelegt“
Gemeinsam mit Nils Stello finden wir heraus, wie konsequentes Hygienic Design die Bedienung und Reinigung von Maschinen in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie auf ein neues Niveau hebt – und welche Rolle hierbei das hygienische Tragarmsystem GT HD und die Edelstahl-HMI-Serie CS Line aus dem Hause Rose spielen

Wie ergänzen sich das hygienische Tragarmsystem und das Edelstahl-HMI in typischen Anwendungen im Lebensmittel- und Pharmabereich?
Nils Stello: Das GT HD wie auch die CS Line sind als durchgängiges Hygienekonzept ausgelegt, das sowohl das Bediengerät als auch dessen Montage umfasst. Das GT HD-Tragarmsystem erlaubt eine flexible und ergonomische Positionierung des Edelstahl-HMI – und das ohne Schmutznester oder kritische Übergänge. Die CS Line ergänzt das vollständig hygienegerechte Edelstahl-Panel-PC-Design für Washdown-Umgebungen und in Schutzart IP69. In Food-, Beverage- und Pharmaanwendungen entsteht so eine durchgängig normgerechte, reinigungsfreundliche und betriebssichere HMI-Arbeitsstation aus einer Hand.
Welche technischen Neuerungen des Edelstahl-HMI sind für den Maschinenbau besonders relevant – vor allem in Bezug auf Hygiene, Robustheit und IP-Schutzklassen?
Nils Stello: Gerade im Food-&-Beverage-Bereich ist das konsequente Hygienic Design nach DGUV sowie die Orientierung an den EHEDG-Guidelines enorm wichtig. Die CS Line bietet deshalb ein komplett geschlossenes Edelstahlgehäuse, FDA-konforme Dichtungen und Schutzart IP69 für intensive Washdowns. Ergänzt werden diese Features durch eine hohe mechanische Robustheit, temperaturbeständige Materialien und eine langlebige Front, die sich auch in rauen Umgebungen bewährt. Zudem bieten wir viele Individualisierungsmöglichkeiten und integrierbare Bedienelemente, damit sich das HMI perfekt in die jeweilige Maschine einfügt.
Wie unterstützt das HMI die Einhaltung von Normen wie DIN EN 1672 2 und EN ISO 14159?
Nils Stello: Die CS Line und das GT HD sind konstruktiv komplett auf hygienisches Design ausgelegt und erfüllen die Anforderungen der DIN EN 1672 2 – das heißt glatte, reinigungsfreundliche, geschlossene Oberflächen. Durch abgerundete Geometrien, totraumfreie Übergänge und das durchgängig verschweißte Edelstahlgehäuse erfüllen wir zudem die Vorgaben der EN ISO 14159. Hinzu kommen FDA-konforme Dichtungen und die Schutzarten bis IP69, was eine sichere Nassreinigung und Desinfektion ermöglicht. Für den Kunden heißt das: Die normgerechte Integration in hygienekritische Maschinen wird deutlich einfacher.
Welche Vorteile bietet die kapazitive Multitouch-Bedienung – auch mit Handschuhen oder bei Feuchtigkeit?
Nils Stello: Die Multitouch-Bedienung ist intuitiv und schnell, was Bedienfehler im laufenden Betrieb reduziert. Dass der Touch auch mit Handschuhen oder auf feuchten Oberflächen zuverlässig funktioniert, sorgt vor allem während der Reinigung oder unter realen Produktionsbedingungen für eine sichere Bedienung. Für besonders anspruchsvolle Anwendungen haben wir ein Touchdisplay entwickelt, das Fehlauslösungen durch Materialanhaftungen wie Fleischreste, Blut oder Salzwasser vermeidet und bei fließendem Wasser keinen Masseschluss zwischen kapazitivem Feld und Gehäuse entstehen lässt. Insgesamt sinken damit Stillstandzeiten, Fehleingaben und Falschauslösungen – und die Ergonomie sowie die Akzeptanz beim Bedienpersonal steigen.
Führen Hygienic Design nach DGUV, EHEDG und FDA auch zu Kostenvorteilen – etwa weniger Kontamination oder geringere Ausfallzeiten?
Nils Stello: Ja, absolut. Ein konsequentes Hygienic Design reduziert Kontaminationsrisiken und damit ungeplante Stillstände oder Produktverluste. Die Reinigung geht schneller, ist reproduzierbarer und materialschonender. Dadurch sinken Reinigungszeit, Verbrauch von Reinigungsmedien sowie der Wartungsaufwand. Am Ende führt das zu einer höheren Anlagenverfügbarkeit und geringeren Total Cost of Ownership.
Die CS Line gibt es in verschiedenen Displaygrößen und Konfigurationen. Wie hilft diese Modularität bei der Integration in bestehende Maschinen?
Nils Stello: Die modulare Bauweise ermöglicht es, die passende Displaygröße, Leistungsklasse und das Bedienkonzept auszuwählen. Bestehende Maschinenlayouts können oft übernommen werden, ohne dass mechanisch oder konstruktiv etwas angepasst werden muss – und das UI bleibt ebenfalls häufig unverändert. Das spart Engineering-Aufwand, reduziert Integrationszeit und senkt Risiken – sowohl im Retrofit als auch im Serienmaschinenbau. Durch die einheitliche Plattform entsteht eine Standardisierung über verschiedene Maschinentypen hinweg.
Welche Rolle spielt die Edelstahlkonstruktion für Lebensdauer und Wartungsaufwand im Vergleich zu Kunststoff-HMIs?
Nils Stello: Edelstahl ist deutlich beständiger gegenüber Reinigungschemikalien, Feuchtigkeit und mechanischen Belastungen als Kunststoff- oder Aluminiumgehäuse. In Betrieben, in denen häufig und aggressiv gereinigt wird, verlängert das die Lebensdauer enorm. Probleme wie Materialermüdung, Versprödung oder Mikrorisse treten nicht auf, entsprechend sinkt der Wartungsaufwand. Insgesamt ergibt das stabilere Betriebseigenschaften und geringere Service- sowie Ersatzkosten.
Wie wirkt sich die Möglichkeit der Hochdruck- und Dampfstrahlreinigung auf die Betriebskosten und die Anlagenverfügbarkeit aus?
Nils Stello: IP69 bedeutet, dass die Reinigung schnell und intensiv erfolgen kann – und zwar ohne Demontage und ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen wie Abdeckhauben. Das verkürzt die Reinigungszeit und macht Stillstandsfenster genau planbar. Gleichzeitig sinkt das Risiko von Feuchtigkeitsschäden oder Ausfällen deutlich. Das erhöht die Anlagenverfügbarkeit und reduziert die laufenden Betriebskosten nachhaltig.
Welche Schnittstellen und Protokolle zur Integration in Automatisierungssysteme sind verfügbar?
Nils Stello: Die CS Line verfügt über Standardschnittstellen wie Ethernet und USB sowie optionale Feldbusanbindungen. Damit lässt sie sich problemlos in klassische SPS- oder IPC-basierte Architekturen integrieren. Je nach HMI- und Softwareplattform sind Protokolle wie Profinet, Ethernet/IP oder OPC UA möglich. Das macht die Integration flexibel – auch für zukünftige Steuerungskonzepte.
Wie lässt sich das HMI hinsichtlich RFID, Tastern oder Branding individualisieren – und welchen Mehrwert sehen Sie für den Maschinenbau?
Nils Stello: Wir können Taster, RFID-Leser, Signalleuchten oder Logos über kundenspezifische Edelstahl-Fronten integrieren. Ein Beispiel: Wir können einen RFID-Reader hinter ein individuell bedrucktes Glas setzen und dieses über eine RGB-Platine beleuchten. Dazu kommen Laserbeschriftungen und spezifische Frontlayouts. Für den Maschinenbauer bedeutet das eine bessere Funktionstrennung, höhere Bediensicherheit und eine stärkere Markenpräsenz. Und das alles ohne Einbußen bei Hygiene oder Normen – und bei überschaubaren Mehrkosten.
Welche Service- und Engineering-Leistungen von Rose sind entscheidend für eine effiziente und kostensichere Implementierung?
Nils Stello: Besonders wichtig ist die frühzeitige technische Beratung, insbesondere bei der normgerechten Auslegung und bei der Integration in das Maschinenkonzept. Kundenspezifische Mechanik, vorkonfigurierte HMIs und geprüfte Tragarmlösungen senken den Engineering-Aufwand und reduzieren Projektrisiken. Dazu kommen kurze Lieferzeiten, eine klare Dokumentation sowie eine verlässliche Serienfähigkeit – das garantiert Kostensicherheit und planbare Projekte bei konstant hoher Qualität.












