Kit-Encoder nehmen Komplexitätshürde
Lagerlose Encoder (Kit-Drehgeber) sind preislich attraktiv, wartungsarm und frei von mechanischem Verschleiß. Lesen Sie, welche technischen Argumente für den lagerlosen Ansatz sprechen und wer Sie bei der Auslegung, Montage sowie präzisen Ausrichtung unterstützen kann
Matthias Herrmann, Marketingmanager

Drehgeber haben in der Regel eine Welle, über die sie mechanisch an die Applikation angeschlossen werden. Dann verfügen sie über ein Gleit- oder Kugellager und müssen in der Applikation häufig mit Kupplungen vor hohen Lagerlasten geschützt werden. Zudem sind sie nur für begrenzte Drehgeschwindigkeiten geeignet. Lagerlose, sogenannte Kit-Encoder haben diese Einschränkungen nicht. Trotzdem entscheiden sich viele Anwender aus Gewohnheit und Sorge vor Integrationsrisiken für die vertraute Lösung mit Welle.
Dabei sprechen die technischen Argumente klar für den lagerlosen Ansatz: Da Kit-Encoder über kein eigenes Lager verfügen, das mit der Zeit verschleißt, ist ihre mechanische Lebensdauer praktisch unbegrenzt. Im Vergleich zu Encodern mit Welle müssen sie deutlich seltener ausgetauscht werden. Zudem entfallen Lager und Welle, die bei konventionellen Encodern einen erheblichen Teil des Preises ausmachen.
Optisch oder magnetisch? Das passende Prinzip zur Aufgabe.
Kit-Encoder in optischer oder magnetischer Ausführung verfügen über spezifische Stärken. Optische Inkrementalgeber verwenden meist eine LED als Lichtquelle. Das Licht dieser LED wird durch eine rotierende Schlitzscheibe (Kodierscheibe) periodisch unterbrochen und trifft auf einen oder mehrere Fotodetektoren. Dadurch entstehen Impulssignale (Hell-/Dunkelwechsel), die als Inkremente zur Bestimmung von Drehzahl und Relativposition ausgewertet werden. Solche Encoder erreichen hohe Winkelauflösungen und liefern inkrementale Signale von sehr guter Qualität bei hoher Dynamik. Nachteile sind der kontinuierliche Alterungsprozess der optischen Komponenten und – im Vergleich zu magnetischen Systemen – eine gewisse Empfindlichkeit gegenüber Vibrationen.
Bei der Montage eines optischen Kit-Encoders wird das Kodierrad, eine Einheit aus Kodierscheibe und Nabe, auf der Welle der Kundenanwendung befestigt. Dabei ist die relative Ausrichtung von Kodierrad und Auswerteeinheit kritisch. Zur Unterstützung stehen Montagewerkzeuge wie Zentrier- oder Montagelehren zur Verfügung – vorausgesetzt, der Wellendurchmesser der Applikation passt zum Innendurchmesser des Kodierrads.
Weiterlesen mit Login
Noch nicht registriert?
Registrieren Sie sich jetzt kostenfrei und Sie erhalten vollen Zugriff auf alle exklusiven Beiträge. Mit unserem Newsletter senden wir Ihnen Top-Meldungen aus der Automatisierung, Bildverarbeitung und Licht- und Lasertechnik im Industrieumfeld. Außerdem erhalten Sie regelmässig Zugriff auf unsere aktuellen E-Paper.
RegistrierenAnbieter
Megatron Elektronik GmbH & Co. KGHermann-Oberth-Str. 7
85640 Putzbrunn
Deutschland
Meist gelesen

Was Anwender und Hersteller über den Cyber Resilience Act wissen müssen
Sicherheitsexperte Thomas Hopfner vom Softwarehersteller MVTec erklärt, warum vernetzte Produktionsumgebungen ein bevorzugtes Ziel für Angriffe sind.

Warum viele Vision-AI-Projekte trotz guter Modelle scheitern
KI-Modelle liefern in der industriellen Bildverarbeitung oft gute Resultate in der Pilotphase, im Serienbetrieb stoßen sie aber schnell an Grenzen.

Die smarte Trafostation
Jahrzehntelang galt die Trafostation als Black Box – vor Überhitzung geschützt, aber wenig transparent. Das ändert sich mit einem webfähigen Universalrelais.

Es muss nicht immer ein humanoider Roboter sein
Mythomorphes Design eröffnet der sozialen Robotik eine eigene Perspektive. Als Vorbilder dienen Mythen und Fantasiewesen statt Mensch oder Tier. Der Beitrag ordnet Beispiele ein und diskutiert Chancen sowie Risiken.

Opto-Doppelspitze setzt auf neue Strategie, Technik und operative Prozesse
Opto wird von Markus Riedi und Dr. Daniel Kraus als Doppelspitze geführt. Sie fokussieren auf Internationalisierung, strategische Partnerschaften und Unternehmensstruktur, um Wachstum und Skalierung zu fördern.




