„Förderungen gibt es für alle Unternehmensgrößen“
Bernhard Spindler berät Unternehmen zur strategischen Absicherung von Innovationsprojekten und effektiven Nutzung staatlicher F&E-Förderungen. Er erläutert, wie individuelle Strategien Förderanträge erfolgreich gestalten.

Herr Spindler, stellen Sie sich und Ihr Unternehmen BSFZ-Förderungshilfe gerne kurz vor.
Bernhard Spindler: Ich bin seit 2011 selbstständig und habe mich auf die strategische Fördermittelberatung für technologieorientierte Unternehmen spezialisiert. Durch meinen kaufmännischen und technischen Hintergrund, eigene Innovations- und Patenterfahrung sowie ein klar strukturiertes, erfolgsbasiertes Modell unterstütze ich mit meinem Team Unternehmen dabei, selbst komplexe Förderprogramme verständlich, planbar und sicher nutzbar zu machen.
Mit der BSFZ-Förderungshilfe begleiten wir insbesondere technologiegetriebene KMU – von der ersten Einschätzung der Förderfähigkeit bis hin zur Auszahlung der Fördermittel. Unser Fokus liegt auf persönlicher Betreuung, technischer Tiefe und einer klaren, individuellen Strategie statt bürokratischer Formularflut. Unser Ziel ist es, Innovationsprojekte strukturiert abzusichern, Risiken zu minimieren und interne Ressourcen spürbar zu entlasten. Und das ohne finanzielles Risiko für die Unternehmen, denn unser Honorar fällt ausschließlich im Erfolgsfall an.
Wie findet man denn ein für sich respektive sein Unternehmen passende Förderprogramm?
Bernhard Spindler: Unter www.foerderdatenbank.de findet man eine Datenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, auf der alle Fördermöglichkeiten gelistet sind und beschrieben werden. Über eine Suchfunktion kann hier gezielt nach einem geeignetem Förderprogramm gesucht werden.
Haben Unternehmen Anspruch oder gar ein Recht auf eine Förderung?
Bernhard Spindler: In der Regel nicht, da es immer wieder Förderaufrufe gibt, zu denen ein bestimmter Betrag bereitgestellt wird. Unternehmen können sich darauf bewerben und unter allen Einreichungen werden die geförderten Projekte von Experten rausgesucht. Je größer die Förderung, desto geringer ist die Chance auf eine Bewilligung. Es gibt allerdings das F+E Förderprogramm Steuerliche Forschungsförderung das Bestandteil des Wachstumschancengesetzes ist und darauf haben Unternehmen ein Recht, sofern sie die Kriterien erfüllen. Diese Förderung steht Unternehmen zu, so wie sie auch Steuern zahlen dürfen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, um sich über Fördermöglichkeiten zu informieren?
Bernhard Spindler: Die Antwort ist, wenn man das erste mal daran denkt, wann der richtige Zeitpunkt ist! Es ist mehr förderfähig als viele denken. Es kann eine neuartige Software sein, eine Sondermaschine, ein neues Verfahren, neue Anwendungen oder ein neues Produkt. Sich schlau zu machen kostet etwas Zeit, eine vertane Fördermöglichkeit sehr viel Geld, das Unternehmen in der heutigen Zeit gut nutzen können, um Innovationen vorwärts zu bringen und einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen.
Stehen allen Unternehmen Förderungen zu?
Bernhard Spindler: Viele glauben, Förderung sei nur etwas für Konzerne oder KMU. Die Wahrheit ist, dass es Förderungen für alle Unternehmensgrößen gibt. Die Forschungszulage ist von Freelancern bis zu Konzern für alle Unternehmensgrößen möglich, solange sie in Deutschland steuerpflichtig sind. Dabei gilt auch eine Themenoffenheit. Wichtig ist eine technische Neuheit, egal ob es sich um ein Produkt, eine Software oder ein Verfahren handelt und es muss zumindest das theoretische Risiko eines Scheiterns geben. Es ist mehr förderbar, als Sie sich im Moment vorstellen können.
Muss eine Förderung immer vor Beginn eines Projektes beantragt werden?
Bernhard Spindler: Normalerweise ist das so. Es gibt aber eine Ausnahme, die Forschungszulage. Bei ihr kann ein Antrag sogar bis zu vier Jahre rückwirkend eingereicht werden, egal, ob das Projekt noch läuft, oder bereits abgeschlossen ist.
Was wird gefördert und wie kommen Unternehmen an das Geld?
Bernhard Spindler: Gefördert werden bei der Forschungszulage vor allem Mitarbeiterkosten, Eigenleistungen, unter Umständen erforderliche bewegliche Wirtschaftsgüter sowie externe Dienstleistungsrechnungen für Entwicklungstätigkeiten anteilig als nichtrückzahlbare Förderung.
Bei der Forschungszulage handelt es sich um ein zweistufiges Verfahren. In der ersten Stufe wird das Projekt bei der BSFZ (Bescheinigungsstelle Forschungszulage) beantragt. Wenn der Antrag bewilligt wurde, wird beim Finanzamt pro Wirtschaftsjahr ein eigener Antrag gestellt, der dann mit der nächsten Steuererklärung verrechnet wird und das Geld, das die Steuerlast überteigt, wird auf das Konto überwiesen, vergleichbar mit Steuerrückzahlungen.
Welche Kriterien muss ein Maschinen- oder Anlagenbauprojekt erfüllen, um als förderfähiges Forschungs und/ oder Entwicklungsprojekt anerkannt zu werden?
Bernhard Spindler: Es gibt jede Menge zu beachten, aber am wichtigsten ist erst einmal, dass es sich um eine technische Neuheit oder ein neues Verfahren handeln muss und bei dem Projekt das theoretische Risiko des Scheiterns vorgelegen haben muss. Dies sind wichtige Punkte auf die bei einem Antrag ein besonderes Augenmerk gelegt werden sollte.
Wie bewerten Sie, ob ein Projekt den Anforderungen der Forschungszulage entspricht?
Bernhard Spindler: Das ist nicht so einfach zu beantworten, da es ganz auf das mögliche Projekt ankommt und es viele Möglichkeiten gibt, ein erst einmal unscheinbares Projekt doch noch förderfähig zu bekommen. Uns hilft dabei unsere hohe Expertise. Bereits bei einem Kennenlerngespräch können wir die Chancen auf eine Förderung schon ganz gut einschätzen.
Wie hoch kann so eine Förderung bei einer Forschungszulage ausfallen?
Bernhard Spindler: Tatsächlich können so viele Projekte gefördert werden, wie sie ein Unternehmen durchführt. Die Anzahl der Projekte ist nicht beschränkt und was die Höhe der Förderung betrifft, gibt es je nach Kalenderjahr unterschiedliche Bemessungshöhen. Diese liegen aber immer im Millionenbereich pro Wirtschaftsjahr, so dass sich die Mehrheit der deutschen Unternehmen darüber keine Gedanken machen muss. Was Konzerne und Großunternehmen betrifft, werden diese als ein Wirtschaftsverbund betrachtet und dort kommen dann Obergrenzen zum Tragen.
Wo sehen Sie typische Potenziale, die Unternehmen selbst oft übersehen – etwa bei Digitalisierung, Automatisierung oder Dekarbonisierung?
Bernhard Spindler: Es gibt für alle aufgeführten Themen Möglichkeiten für eine Förderung und das unter den richtigen Umständen im sechsstelligen Bereich. Es pauschal zu beantworten ist schwierig, da sich die Förderlandschaft in ständigem Wandel befindet. Die einen Förderprogramme enden und neue beginnen. Deshalb ist es wichtig, am Puls der Zeit zu bleiben. Es lohnt sich also immer, darüber zu informieren, was möglich ist.
Welche typischen Fehler oder Missverständnisse führen dazu, dass Förderanträge abgelehnt werden?
Bernhard Spindler: Das ist leicht beantwortet. Die Klassiker sind die fehlende technische Neuheit oder fehlende Risiken aus Sicht des Prüfers. Deshalb ist auf diese Punkte immer ein besonderes Augenmerk zu legen. Es gibt aber natürlich noch reichlich weiteres Potential für eine mögliche Ablehnung.
Welche Erfolgsfaktoren sorgen aus Ihrer Erfahrung wiederum dafür, dass ein Antrag eine hohe Bewilligungschance hat?
Bernhard Spindler: So wie Patente und Steuererklärungen ihre eigene Sprache haben, so ist es auch bei Fördermitteln. Wer sie versteht und weiß worauf es ankommt, hat die besten Chancen auf eine Bewilligung. Eine gute Recherche über den Stand der Technik und ein gut strukturierter Antrag sind natürlich ebenfalls wichtig. Wir bekommen übrigens 97 Prozent unserer Anträge durch. Erfahrung ist eben der beste Koch.
Spielt der Erfolg eines Forschungs- und Entwicklungsprojektes eine Rolle bei der Fördermöglichkeit?
Bernhard Spindler: Ganz klar nein! Weder der positive oder negative Ausgang eines Projekts spielen eine Rolle, noch der wirtschaftliche Erfolg. Nachdem eines der Kriterien für eine Förderung das mögliche Risiko eines Scheiterns ist, kann das natürlich auch passieren. Doch in diesem Fall ist der Sturz nicht ganz so tief, da ein Teil der Projektkosten gefördert wurde. Wird das Projekt positiv vermarket, fallen für die Mehrumsätze der Unternehmen Steuern an und genau das bezweckt der Staat mit den Förderungen. Die deutsche Wirtschaft soll gestärkt werden und das soll sich natürlich dann auch in den Steuergeldern zeigen. Gefördert wird also die Entwicklung an sich und nicht das Ergebnis.
Was ist der erste Schritt für eine Förderung?
Bernhard Spindler: Der erste Schritt ist nicht die Antragstellung. Entscheidend ist eine fachliche Prüfung, ob und wie ein Projekt förderfähig ist und welches Förderprogramm am besten für das Vorhaben geeignet ist. Das kann von vielen Faktoren abhängen, beispielsweise der Unternehmensgröße, dem Projektstart, der finanziellen Situation von Unternehmen oder auch der Unternehmensform. Auf dem Weg zu einer guten Förderung gibt es einiges zu beachten.
Macht es Sinn eine Fördermittelberatung zu nutzen?
Bernhard Spindler: Natürlich kann man den Antrag auch selbst stellen, so wie man seine Steuererklärung oder auch eine Patentanmeldung selbst erledigen könnte. Die eigentliche Frage lautet jedoch: Macht es wirklich Sinn, wenn das Ergebnis unsicher ist, unklar bleibt, was genau gefördert werden kann, und der Aufwand enorm hoch ist, weil es schlicht nicht zum eigenen Tagesgeschäft gehört? In vielen Fällen ist es deutlich effizienter, die eigenen Ressourcen auf die Tätigkeiten zu konzentrieren, die das Unternehmen tatsächlich voranbringen – und die Fördermittelarbeit denen zu überlassen, die darauf spezialisiert sind. So steigt nicht nur die Erfolgschance, sondern auch die Sicherheit, dass keine wichtigen Details übersehen werden.
Wie gestaltet sich der typische Beratungsprozess von der ersten Analyse bis zur bewilligten Förderung?
Bernhard Spindler: Am Anfang steht eine Analyse des Projekts und das Definieren der Rahmenbedingungen des zu fördernden Unternehmens, da es je nach Unternehmensform viel zu beachten gilt. Wenn das am besten geeignete Förderprogram ermittelt ist, werden die vorhanden Unterlagen gesichtet und in einem rund einstündigen Meeting das Projekt detailliert besprochen. Mit diesen Informationen arbeiten wir den Antrag entsprechend aus. Sobald alle Projektbeteiligten diesem zugestimmt haben, wird er von uns eingereicht. Dann begleiten wir das Projekt durch alle Instanzen bis das Geld auf dem Konto des geförderten Unternehmens ist.
Wie unterstützen Sie Unternehmen bei der Projektabgrenzung, Antragstellung und späteren Dokumentation?
Bernhard Spindler: Durch detaillierte Aufklärung, was wirklich nötig ist und das unterscheidet sich je nach Förderprogram ganz erheblich. Natürlich unterstützen wir auch durch Vorlagen oder auf Wunsch durch einen abgesicherten Bereich auf unserer Website/App, um wichtige Projektunterlagen verschlüsselt up- und downloaden sowie hinterlegen zu können.
Mit welchen Kosten muss ich für solch eine Fördermittelberatung rechnen?
Bernhard Spindler: Da gibt es alle Geschäftsmodelle. Von fixen Stundenlöhnen, über Grundgebühren und Erfolgsbeteiligungen bis zu 100-prozentiger Erfolgsorientierung. Wir selbst bieten kostenfreie Beratungen an und arbeiten zu 100 Prozent erfolgsorientiert. Dafür erhalten unsere Kunden ein Rundum-Sorglos-Paket. Wir halten auch nichts von langfristigen Verträgen, da wir lieber durch unsere Leistung überzeugen. Unternehmen sollten sich grundsätzlich nicht langfristig binden, da dadurch auf die ideale Fördermöglichkeit, Chancen von Projektanfragen durch Forschungseinrichtungen, oder bei Kooperationsprojektmöglichkeiten unter Umständen verzichtet werden muss. Eine gute Fördermittelberatung bringt dem Unternehmen Geld und kostet nur im Erfolgsfall. Sie trägt das gesamte Risiko und das Unternehmen kann sich darauf verlassen, dass seine Interessen bestens vertreten werden.
Wie können Unternehmen langfristig eine Fördermittelstrategie etablieren, die mehrere Projekte umfasst und kontinuierlich genutzt wird?
Bernhard Spindler: Am wichtigsten ist es, den Überblick über alle Fördermöglichkeiten und die geplanten Projekte zu haben um dann die richtige Strategie auszuarbeiten. Es können immer mehrere Projekte und Förderprograme nebeneinander laufen. Wenn die Übersicht oder die Erfahrung fehlt, können schon kleine Fehler richtig viel Geld kosten. Zum Beispiel wird bei der Forschungszulage pro Projekt ein Antrag über die gesamte Projektlaufzeit gestellt. Die Auszahlung erfolgt dann aber über das Finanzamt und dort darf pro Wirtschaftsjahr nur ein Antrag gestellt werden, bei dem alle Projekte des Jahres zusammengefasst werden müssen. Falls das übersehen wurde, wird die Förderung trotz bewilligtem Bescheid der BSFZ nicht mehr ausgezahlt. Es gilt also viel zu beachten, um das optimale Ergebnis raus erreichen.












