Die Bahn auf dem Weg in die Wasserstoffmobilität
Die Zukunft der Bahn wird klimafreundlich: Wasserstoffzüge bieten leisen, sauberen und effizienten Betrieb und eröffnen auf nicht elektrifizierten Strecken nahezu emissionsfreie Alternativen zu Dieselfahrzeugen
Lars Ronge, Branchenmanager Transportation

Bei der Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff entsteht elektrische Energie und als einziges Nebenprodukt fällt Wasser an – keine Abgase, keine CO₂-Emissionen. Dadurch wird der Schienenverkehr deutlich sauberer und mit jeder Fahrt trägt die Technologie dazu bei, die Luftqualität langfristig zu verbessern. Zusätzlich arbeiten Wasserstoffzüge auffallend leise, was den Komfort der Fahrgäste steigert und das Umfeld entlang der Bahntrassen akustisch entlastet. Doch trotz dieser überzeugenden Vorteile ist die Wasserstofftechnologie keine einfache Wunderlösung – und gerade ihre aktuellen Schwächen werden in der öffentlichen Debatte häufig betont. Eine der größten Herausforderungen ist die Energieeffizienz über die gesamte Wertschöpfungskette.
Die Herstellung von grünem Wasserstoff ist energieintensiv: Der dafür benötigte Strom für Elektrolyse, Kompression, Speicherung und Transport führt zu hohen Umwandlungsverlusten. Kritiker sehen darin einen deutlichen Nachteil gegenüber batterieelektrischen Lösungen, die weniger Energierückgewinnungsschritte benötigen. Zudem ist wirklich „grüner“ Wasserstoff noch nicht in ausreichenden Mengen verfügbar, da der Ausbau erneuerbarer Energien und Elektrolysekapazitäten vielerorts langsamer voranschreitet als geplant. So hängt die Klimabilanz eines Wasserstoffzugs heute noch stark davon ab, wie der eingesetzte Wasserstoff erzeugt wurde.
Kosten als kritischer Punkt
Ein weiterer kritischer Punkt sind die Kosten. Wasserstoffzüge sind in der Anschaffung und auch im Betrieb derzeit teurer als diesel- oder batteriebasierte Alternativen. Die Infrastruktur – insbesondere Tankstellen, Verdichter, Speichersysteme und Transportlogistik – ist noch im Aufbau und erfordert hohe Investitionen. Auch die Technologie selbst befindet sich in einem frühen Entwicklungsstadium, weshalb Wartung, Ersatzteile und Know-how noch nicht überall verfügbar sind. Für Betreiber bedeutet dies zusätzliche Unsicherheiten bei Planung und Wirtschaftlichkeit. Sicherheit spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Wasserstoff ist ein extrem flüchtiges Gas und erfordert daher eine besonders gründliche Überwachung von Druck, Temperatur und Leckagen.
Weiterlesen mit kostenfreier Registrierung
Registrieren Sie sich jetzt kostenfrei und Sie erhalten vollen Zugriff auf alle exklusiven Beiträge. Mit unserem Newsletter senden wir Ihnen Top-Meldungen aus der Automatisierung, Bildverarbeitung und Licht- und Lasertechnik im Industrieumfeld. Außerdem erhalten Sie regelmässig Zugriff auf unsere aktuellen E-Paper.
Anbieter
Jumo GmbH & Co. KGMoritz-Juchheim-Straße 1
36039 Fulda
Deutschland
Meist gelesen

„Alles wird kleiner und erhält mehr Intelligenz“
Die Intralogistik gewinnt für Baumer immer mehr an Bedeutung. Über aktuelle Trends sprechen wir mit Peter Jürgen Tittes.

Supercaps: Die bessere Alternative zur Batterie?
Bei welchen Anwendungen liegen Supercaps vorn und was sind deren Vorteile?

Industrielle Bildverarbeitung auf der Logimat 2026
Auf der Logimat 2026, die vom 24. bis 26. März in Stuttgart stattfindet, präsentieren 1.600 Aussteller aus über 40 Ländern Lösungen für effiziente, automatisierte und datengestützte Prozesse der Intralogistik.

Auf der Suche nach einer Germanium-Alternative für die LWIR-Bildgebung
Silwir bietet eine leistungsstarke Alternative zu knappem Germanium: Schutzfenster aus Silizium mit DLC- und BBAR-Beschichtungen bieten hohe Transmission und Robustheit. Mike Giznik von Midopt erklärt die Vorteile.

Die Zukunft der Intralogistik
Die Intralogistik befindet sich im Wandel: Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften steigt, während gleichzeitig neue Konzepte und Technologien entstehen.







