25.02.2026 • Fachbeiträge

Die Bahn auf dem Weg in die Wasserstoffmobilität

Die Zukunft der Bahn wird klimafreundlich: Wasserstoffzüge bieten leisen, sauberen und effizienten Betrieb und eröffnen auf nicht elektrifizierten Strecken nahezu emissionsfreie Alternativen zu Dieselfahrzeugen

Lars Ronge, Branchenmanager Transportation

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Der Druckmessumformer Jumo Midas S19R besitzt ein komplett verschweißtes und dichtungsloses Messsystem und ist speziell entwickelt für den Einsatz bei Schienenfahrzeugen.
© Jumo

Bei der Reaktion von Wasserstoff und Sauer­stoff entsteht elektrische Energie und als einziges Nebenprodukt fällt Wasser an – keine Abgase, keine CO₂-Emissionen. Dadurch wird der Schienenverkehr deutlich sauberer und mit jeder Fahrt trägt die Technologie dazu bei, die Luftqualität langfristig zu verbessern. Zusätzlich arbeiten Wasserstoffzüge auffallend leise, was den Komfort der Fahrgäste steigert und das Umfeld entlang der Bahntrassen akustisch entlastet. Doch trotz dieser überzeugenden Vorteile ist die Wasserstofftechnologie keine einfache Wunderlösung – und gerade ihre aktuellen Schwächen werden in der öffentlichen Debatte häufig betont. Eine der größten Herausforderungen ist die Energieeffizienz über die gesamte Wertschöpfungskette.

Die Herstellung von grünem Wasserstoff ist energieintensiv: Der dafür benötigte Strom für Elektrolyse, Kompression, Speicherung und Transport führt zu hohen Umwandlungsverlusten. Kritiker sehen darin einen deutlichen Nachteil gegenüber batterieelektrischen Lösungen, die weniger Energierückgewinnungsschritte benötigen. Zudem ist wirklich „grüner“ Wasserstoff noch nicht in ausreichenden Mengen verfügbar, da der Ausbau erneuerbarer Energien und Elektrolysekapazitäten vielerorts langsamer voranschreitet als geplant. So hängt die Klimabilanz eines Wasserstoffzugs heute noch stark davon ab, wie der eingesetzte Wasserstoff erzeugt wurde.

Kosten als kritischer Punkt

Ein weiterer kritischer Punkt sind die Kosten. Wasserstoffzüge sind in der Anschaffung und auch im Betrieb derzeit teurer als diesel- oder batteriebasierte Alternativen. Die Infrastruktur – insbesondere Tankstellen, Verdichter, Speichersysteme und Transportlogistik – ist noch im Aufbau und erfordert hohe Investitionen. Auch die Technologie selbst befindet sich in einem frühen Entwicklungsstadium, weshalb Wartung, Ersatzteile und Know-how noch nicht überall verfügbar sind. Für Betreiber bedeutet dies zusätzliche Unsicherheiten bei Planung und Wirtschaftlichkeit. Sicherheit spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Wasserstoff ist ein extrem flüchtiges Gas und erfordert daher eine besonders gründliche Überwachung von Druck, Temperatur und Leckagen.

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