Was Anwender und Hersteller über den Cyber Resilience Act wissen müssen
Sicherheitsexperte Thomas Hopfner vom Softwarehersteller MVTec erklärt, warum vernetzte Produktionsumgebungen ein bevorzugtes Ziel für Angriffe sind, welche rechtlichen Anforderungen gelten und wie Unternehmen ein nachhaltiges Sicherheitsniveau aufbauen und aufrechterhalten können

inspect: Warum sollte man sich als Unternehmen mit dem EU Cyber Resilience Act befassen?
Thomas Hopfner: Die gute Botschaft vorweg: Der EU Cyber Resilience Act bietet auch für die Unternehmen der industriellen Bildverarbeitung Chancen, sich gegenüber dem Wettbewerb abzusetzen und ihren Kunden zusätzliche Mehrwerte zu bieten. Daneben gibt es regulatorische Gründe, warum sich Unternehmen mit dem EU Cyber Resilience Act befassen sollten. Ganz allgemein: Der CRA ist kein freiwilliger Rahmen. Er verpflichtet Hersteller, Cybersicherheit systematisch umzusetzen – von der Entwicklung über die Auslieferung bis zur Wartung. Wer Produkte in der EU in Verkehr bringt, muss diese Anforderungen erfüllen. Im Kern dieses Rahmens geht es darum, Cybersicherheit als feste Produkteigenschaft zu denken. Risikoanalysen, Schutzmaßnahmen, sichere Update-Mechanismen und Schwachstellenmanagement sind keine Option mehr, sondern regulatorisch gefordert. Das verändert nicht nur die Entwicklung, sondern auch Support-, Release- und Wartungsmodelle. Werden diese Anforderungen nicht erfüllt, steht der EU ein scharfes Schwert zu Verfügung. Sie kann nämlich die entsprechenden Produkte, die die CRA-Anforderungen nicht erfüllen, auf dem EU-Markt den Herstellern drastische Strafen auferlegen.
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