Europäische Bildverarbeitungsindustrie erwartet 2026 wieder Wachstum
Nach mehreren Rückgängen rechnet die europäische Bildverarbeitungsbranche 2026 wieder mit einem Umsatzplus. Wachstumstreiber bleiben KI, Robotik und neue industrielle Anwendungen

Nach drei Jahren rückläufiger Umsätze erwartet die europäische Bildverarbeitungsindustrie für 2026 wieder ein Wachstum. Darauf hat die Fachabteilung Machine Vision des VDMA zur Eröffnung der Vision 2026 in Stuttgart hingewiesen. Demnach soll der Branchenumsatz im laufenden Jahr um rund drei Prozent steigen.
Nach Einschätzung des Verbands verbessert sich die Nachfrage in Europa langsam wieder. Gleichzeitig bleiben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angespannt. Geopolitische Unsicherheiten, eine zurückhaltende Investitionsbereitschaft sowie die schwache Nachfrage in Deutschland bremsen die Entwicklung vieler Unternehmen weiterhin.
Wachstumsimpulse kommen nach Angaben des VDMA derzeit vor allem aus Nordamerika und Asien. Besonders die internationale Nachfrage nach Bildverarbeitungslösungen aus Europa stützt die Branche. Für 2027 erwartet die Fachabteilung eine weiterhin positive Nachfrageentwicklung.
Unterschiedlich entwickelt haben sich zuletzt die einzelnen Marktsegmente. Während Hersteller von Kameras, Sensoren, Optiken und weiteren Komponenten bereits 2025 wieder zulegen konnten und ihre Umsätze um vier Prozent steigerten, blieb das Geschäft mit kompletten Machine-Vision-Systemen unter Druck. In diesem Segment ging der Umsatz 2025 um sechs Prozent zurück.
Als wichtigster Technologietreiber gilt weiterhin Künstliche Intelligenz. Laut einer Branchenumfrage sehen nahezu zwei Drittel der Unternehmen KI als entscheidenden Faktor für ihr aktuelles und zukünftiges Geschäft. Neben der Verbesserung bestehender Anwendungen eröffnet die Technologie auch neue Einsatzfelder außerhalb der klassischen Fabrikautomation.
Trotz der weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Lage bewertet die Branche ihre langfristigen Perspektiven positiv. Bildverarbeitung gilt zusammen mit Robotik und KI als Schlüsseltechnologie für automatisierte und flexible Produktionsprozesse. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an die Vision 2026, von der sich viele Unternehmen neue Geschäftsimpulse und internationale Kontakte versprechen.
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