Die 5 wichtigsten Robotik-Trends für 2026
Die International Federation of Robotics berichtet über die fünf wichtigsten Trends für die Robotikbranche im Jahr 2026

Der weltweite Marktwert für Industrie-Roboterinstallationen hat mit 16,7 Milliarden US-Dollar einen neuen Höchststand erreicht. Die zukünftige Nachfrage wird durch eine Reihe von technologischen Innovationen, Marktkräften und neuen Geschäftsfeldern angetrieben werden. Die International Federation of Robotics berichtet über die fünf wichtigsten Trends für die Robotikbranche im Jahr 2026.
1 – KI und Autonomie in der Robotik
Roboter, die künstliche Intelligenz nutzen, um selbstständig zu arbeiten, werden immer häufiger eingesetzt. Der Hauptvorteil von KI in diesem Zusammenhang ist die erhöhte Autonomie der Roboter, die durch KI ermöglicht wird. Verschiedene Arten von KI treiben diesen Trend voran: Analytische KI hilft bei der Verarbeitung großer Datensätze, erkennt Muster und liefert umsetzbare Erkenntnisse. Dadurch können sie beispielsweise in intelligenten Fabriken selbstständig Ausfälle vorhersagen, bevor diese auftreten, oder in der Logistik die Wegplanung und Ressourcenzuweisung übernehmen.
Generative KI hingegen markiert einen Wandel von regelbasierter Automatisierung hin zu intelligenten, sich selbst entwickelnden Systemen. GenAI schafft neue Ergebnisse und ermöglicht es Robotern, neue Aufgaben autonom zu erlernen und Trainingsdaten durch Simulation zu generieren. Dies ermöglicht auch eine neue Art der Mensch-Roboter-Interaktion mit natürlicher Sprache und bildbasierten Befehlen.
Ein wichtiger Trend zur Weiterentwicklung der Autonomie in der Robotik ist die agentische KI. Diese Technologie kombiniert analytische KI für strukturierte Entscheidungsfindung und generative KI für Anpassungsfähigkeit. Der hybride Ansatz zielt darauf ab, moderne Robotik in die Lage zu versetzen, in komplexen, realen Umgebungen unabhängig zu arbeiten.
2 – Roboter werden vielseitiger, wenn IT auf OT trifft
Die Nachfrage nach vielseitigen Robotern steigt rapide an. Dies spiegelt direkt den Markttrend hin zu einer Konvergenz von Informationstechnologie (IT) und Betriebstechnologie (OT) wider. Die Verschmelzung der Datenverarbeitungsleistung der IT mit den physischen Steuerungsfähigkeiten der OT verbessert die Vielseitigkeit der Robotik durch Echtzeit-Datenaustausch, Automatisierung und fortschrittliche Analysen. Diese Integration ist ein grundlegendes Element des digitalen Unternehmens und der Industrie 4.0. Die IT/OT-Konvergenz bricht diese Silos auf und schafft einen nahtlosen Datenfluss zwischen der digitalen und der physischen Welt, was die Fähigkeiten und die Vielseitigkeit der Robotik erheblich verbessert.
3 – Humanoide Roboter müssen ihre Zuverlässigkeit und Effizienz unter Beweis stellen
Der Bereich der humanoiden Robotik wächst rasant. Humanoide Roboter für den industriellen Einsatz gelten als vielversprechende Technologie, wenn Flexibilität gefragt ist, typischerweise in Umgebungen, die für Menschen konzipiert sind. Vor allem in der Automobilindustrie haben sich Anwendungen in der Lagerhaltung und Fertigung weltweit etabliert.
Heute gehen Unternehmen und Forscher über Prototypen hinaus und setzen Humanoide im realen Leben ein. Zuverlässigkeit und Effizienz sind der Schlüssel zum Erfolg: Im Wettbewerb mit der traditionellen Automatisierung müssen humanoide Roboter den hohen industriellen Anforderungen in Bezug auf Zykluszeiten, Energieverbrauch und Wartungskosten gerecht werden. Industriestandards definieren auch Sicherheitsniveaus, Haltbarkeitskriterien und die konsistente Leistung von humanoiden Robotern, die in der Fabrikhalle benötigt werden. Humanoide, die Arbeitskräftelücken füllen sollen, müssen eine Geschicklichkeit und Produktivität auf menschlichem Niveau erreichen, um ihre Effizienz in der Praxis unter Beweis zu stellen.
4 – Sicherheit und Schutz in der Robotik
Da Roboter zunehmend neben Menschen in Fabriken und im Dienstleistungsbereich eingesetzt werden, ist die Gewährleistung ihres sicheren Betriebs nicht nur wichtig, sondern für die Robotikindustrie sogar unerlässlich. Die KI-gesteuerte Autonomie verändert die Sicherheitslandschaft grundlegend, was Tests, Validierungen und die menschliche Aufsicht wesentlich komplexer, aber auch notwendiger macht. Dies wird besonders deutlich bei der beabsichtigten Verwendung von humanoiden Robotern. Robotersysteme müssen gemäß den ISO-Sicherheitsstandards und klar definierten Haftungsrahmen konzipiert und zertifiziert werden.
Im Zusammenhang mit KI in der Robotik und der Konvergenz von IT und OT entstehen eine Reihe von Sicherheitsbedenken, die eine robuste Governance und eine klare Zuweisung der Haftung erfordern. Die rasche Ausbreitung von Robotersystemen in Cloud-verbundenen und KI-gesteuerten Umgebungen setzt die industrielle Produktion einer wachsenden Zahl von Cybersicherheitsbedrohungen aus. Experten verweisen auf eine Zunahme von Hacking-Versuchen, die auf Robotersteuerungen und Cloud-Plattformen abzielen und unbefugten Zugriff sowie potenzielle Systemmanipulationen ermöglichen. Da Roboter zunehmend in Arbeitsplätze integriert werden, wachsen die Bedenken hinsichtlich der sensiblen Daten, die sie sammeln – darunter Video-, Audio- und Sensorströme. Deep-Learning-Modelle, die oft als „Black Boxes” bezeichnet werden, können Ergebnisse liefern, die selbst für ihre eigenen Entwickler schwer oder gar nicht zu erklären sind. Die rechtliche und ethische Unklarheit hinsichtlich der Haftung hat Forderungen nach klaren Rahmenbedingungen für den Einsatz von KI laut werden lassen.
5 – Roboter als Verbündete bei der Bewältigung von Arbeitskräftemangel
Arbeitgeber auf der ganzen Welt haben Schwierigkeiten, Mitarbeiter mit den erforderlichen Fachkenntnissen zu finden. Diese unbesetzten Stellen führen dazu, dass die vorhandenen Mitarbeiter zusätzliche Schichten übernehmen müssen, was in allen Branchen zu steigendem Stress und Ermüdung führt. Eine wichtige Strategie zur Lösung dieses Problems ist der Einsatz von Robotik und Automatisierung. In diesem Transformationsprozess profitieren Arbeitgeber davon, ihre menschlichen Mitarbeiter mit einzubeziehen. Die enge Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern bei der Einführung von Robotern spielt eine entscheidende Rolle für deren Akzeptanz – sowohl in der industriellen Fertigung als auch in den vielfältigen Dienstleistungsanwendungen. Die Vorteile, die Roboter bieten, wie die Bewältigung des Arbeitskräftemangels, die Übernahme von Routineaufgaben oder die Eröffnung neuer Karrieremöglichkeiten, bedeuten, dass sie als Verbündete am Arbeitsplatz akzeptiert werden. Gleichzeitig sind Roboter ein Mittel, um den Arbeitsplatz für junge Menschen attraktiver zu machen. Unternehmen und Regierungen fördern Qualifizierungs- und Weiterbildungsprogramme, um Arbeitnehmern zu helfen, mit den sich ändernden Anforderungen an ihre Fähigkeiten Schritt zu halten und in einer von Automatisierung geprägten Wirtschaft wettbewerbsfähig zu bleiben.












