Genicam feiert 20 Jahre als Schnittstellenstandard für industrielle Kameras
Seit 2006 vereinheitlicht Genicam die Ansteuerung von Industriekameras unabhängig von Hersteller und Schnittstelle. Nun arbeitet die EMVA an Anpassungen an den Cyber Resilience Act.

Der Bildverarbeitungsstandard Genicam ist 20 Jahre alt. Die European Machine Vision Association (EMVA) hat das Jubiläum auf der Vision 2026 in Stuttgart gemeinsam mit dem ebenfalls 2006 eingeführten Schnittstellenstandard GigE Vision begangen. Genicam wurde mit dem Ziel entwickelt, Industriekameras unabhängig von Hersteller und verwendeter Schnittstelle einheitlich anzusprechen und zu konfigurieren. Dadurch müssen Software und Bildverarbeitungssysteme nicht für jede Kamera oder Schnittstelle grundlegend angepasst werden. Die frei verfügbare Referenzimplementierung wird von einer Arbeitsgruppe der EMVA weiterentwickelt.
Nach Angaben der beteiligten Experten hat die Standardisierung insbesondere den Aufwand für Entwicklung, Integration und spätere Anpassungen von Bildverarbeitungssystemen reduziert. Heute ist Genicam in der industriellen Bildverarbeitung weit verbreitet. Eine neue Herausforderung entsteht durch den europäischen Cyber Resilience Act (CRA). Da auch die Genicam-Referenzimplementierung von den regulatorischen Änderungen betroffen ist, arbeitet die zuständige EMVA-Arbeitsgruppe derzeit an einer Lösung für die künftige Bereitstellung.
Hintergrund ist der 11. Dezember 2027: Ab diesem Zeitpunkt greifen wesentliche Verpflichtungen des CRA für Produkte mit digitalen Elementen. Die EMVA will die Referenzimplementierung deshalb so weiterentwickeln, dass sie auch unter den neuen regulatorischen Bedingungen verfügbar bleiben kann. Das Jubiläum auf der Vision zeigt damit zugleich, wie sich die Anforderungen an Machine-Vision-Standards verändern: Neben Interoperabilität und einfacher Integration rücken künftig auch regulatorische und Cybersecurity-Anforderungen stärker in den Vordergrund.












